Mo, 06. Juli 2026
Wochenpost KW 28
Liebe Schulgemeinschaft
Wie ich in der MV letzte Woche versprochen habe, hier nun meine Niederschrift zu meinen Gedanken:
Liebe Schulvereinsmitglieder
Vorbereitend für den heutigen Abend wurde ich gefragt, ob ich nicht einige pädagogische Highlights aus dem vergangenen Schuljahr präsentieren würde. Natürlich habe ich gerne zugesagt.
Dann wurde mir allerdings bewusst: Wer meine Wochenpost regelmässig gelesen hat, kennt diese Highlights bereits sehr gut. Und diejenigen, die sie nicht gelesen haben, waren vermutlich auch nicht besonders daran interessiert. Warum also noch einmal erzählen, was ohnehin bekannt ist?
Vielleicht ist es interessanter, über etwas zu sprechen, das hinter all diesen Highlights steht.
Im Kontext einer Waldorfschule gibt es unzählige Themen. Was ist Waldorfpädagogik? Warum gibt es diese Schule? Warum haben Sie sich für diesen Weg entschieden?
Doch die immer gleichen Erklärungen führen oft nicht weiter. Was wirklich trägt, ist das Erlebnis.
Das ist einer der wesentlichen Gründe, weshalb Ihre Kinder hier sind. Wir möchten ihnen nicht nur Lesen, Schreiben und Rechnen beibringen. Wir möchten Lernen lebendig machen. Wir möchten, dass Erkenntnis zur Erfahrung wird.
Wenn ein Erstklässler die formenden Qualitäten der Buchstaben erlebt, wenn er das B, das M oder das D nicht nur sieht, sondern mit seinem ganzen Körper gestaltet, dann geschieht etwas anderes als reines Auswendiglernen. Wer einmal selbst die Gebärde eines B geformt hat, versteht intuitiv, weshalb Rudolf Steiner davon sprach, dass solche Tätigkeiten aufbauend und gestaltend auf den werdenden Menschen wirken.
Dasselbe gilt für die Arbeiten der siebten Klasse, für das Achtklassspiel, für Chemieexperimente oder für die künstlerische Auseinandersetzung mit den grossen Persönlichkeiten der Renaissance. Ihre Kinder haben all dies nicht nur gelernt –
sie haben es erlebt.
Und gleichzeitig erleben sie all dies in einer Zeit, die grosse Herausforderungen mit sich bringt.
Ich weiss, dass wir es als Gesellschaft versäumt haben, einen wirklich verantwortungsvollen Umgang mit Social Media zu entwickeln. Ich weiss, dass unsere Kinder und Jugendlichen auf vieles verzichten könnten, aber kaum auf Social Media. Es ist Teil ihrer Lebenswelt geworden.
Und gleichzeitig weiss ich, dass wir gerade dabei sind, denselben Fehler mit der künstlichen Intelligenz zu wiederholen.
https://www.ted.com/talks/tristan_harris_why_ai_is_our_ultimate_test_and_greatest_invitation
Die Entwicklung geschieht in einem atemberaubenden Tempo. Die Möglichkeiten sind faszinierend. Aber die Fragen, wie wir damit leben wollen, wie wir sie verantwortungsvoll nutzen und wie wir unsere Kinder darauf vorbereiten, werden oft erst im Nachhinein gestellt.
Und genau deshalb sind Sie hier. Und genau deshalb sind Ihre Kinder hier.
Denn anders als in vielen grossen Systemen können Sie an unserer Schule tatsächlich mitsprechen. Wir sind auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Wir brauchen Ihre Gedanken, Ihre Erfahrungen, Ihre Fragen und auch Ihre Sorgen.
Nur gemeinsam können wir mit diesen neuen Entwicklungen umgehen. Nur gemeinsam können wir lernen, wie wir mit einer Technologie umgehen, die in vieler Hinsicht noch formlos ist. Einer Technologie, deren Möglichkeiten wir bereits sehen, deren langfristige Auswirkungen wir aber erst zu erahnen beginnen.
Vielleicht denken manche von Ihnen: Mein Kind ist acht Jahre alt. Das betrifft uns doch noch gar nicht.
Aber Sie wissen selbst, wie schnell Zeit vergeht. Zweimal umdrehen, dreimal mit den Augen zwinkern – und Ihr Kind sitzt in der achten Klasse.
Und selbst dort stehen wir erst am Anfang.
Die Frage, ob ein Aufsatz mit Hilfe einer KI geschrieben wird, ist eigentlich nur die erste und naheliegendste Frage. Die viel wichtigeren Fragen kommen später.
- Wie bleibt ein Mensch schöpferisch?
- Wie bleibt er urteilsfähig?
- Wie entwickelt er innere Stärke?
- Wie lernt er, zwischen Wissen und Weisheit zu unterscheiden?
Wie lernt er, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen, wenn immer mehr Entscheidungen vorbereitet, beeinflusst oder sogar übernommen werden können?
Diese Fragen werden unsere Kinder begleiten.
Und genau deshalb sind die Erlebnisse, die Ihre Kinder heute haben, weit mehr als schöne pädagogische Ergänzungen.
- Die Stunden im Garten.
- Die handwerklichen Arbeiten.
- Die Kunst.
- Die Musik.
- Die Eurythmie.
- Die Naturerfahrungen.
- Die gemeinsamen Projekte.
All diese Tätigkeiten bilden Kräfte aus, die unsere Kinder schon bald brauchen werden.
Sie fördern Konzentration, Durchhaltevermögen, Kreativität, Eigeninitiative und soziale Kompetenz. Sie verbinden Denken, Fühlen und Handeln. Sie verankern den Menschen in sich selbst und in der Welt.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Zukunftsbildung.
Nicht möglichst früh mit immer mehr Technologie in Berührung zu kommen.
Sondern zuerst die menschlichen Fähigkeiten auszubilden, die es ermöglichen, Technologie sinnvoll zu nutzen.
Denn die Frage der Zukunft wird nicht sein, ob unsere Kinder Zugang zu künstlicher Intelligenz haben werden. Den werden sie haben.
Die entscheidende Frage wird sein, wer dieser Mensch ist, der vor dem Bildschirm sitzt.
- Hat er Fantasie?
- Hat er Urteilsvermögen?
- Hat er Mut?
- Hat er Mitgefühl?
- Kann er Verantwortung übernehmen?
- Kann er eigenständig denken?
- Kann er etwas erschaffen, das über das hinausgeht, was ihm vorgeschlagen wird?
Genau an diesen Fähigkeiten arbeiten wir jeden Tag.
Und deshalb sind Ihre Kinder hier.
Nicht weil wir die Vergangenheit bewahren wollen.
Sondern weil wir glauben, dass Kinder starke innere Fähigkeiten brauchen, um die Zukunft gesund, frei und menschlich gestalten zu können.
Last but not least noch eine kleine Information: Wir werden so bald wie möglich einen neuen Termin für die Mitgliederversammlung festlegen und Sie entsprechend informieren.
Zum Abschluss dieses Schuljahres möchte ich mich von Herzen bei Ihnen bedanken.
Danke für die vielen Stunden, Tage und Wochen, die so viele von Ihnen investiert haben, um gemeinsam mit unserem Mitarbeiter- und Kollegium unsere Schule zu einer echten Lern- und Lebensoase für unsere Kinder zu machen.
Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Ihre Treue und Ihr Bewusstsein dafür, dass wir auch dann, wenn es im Kleinen einmal herausfordernd wird, das grosse Ziel nie aus den Augen verlieren: junge Menschen in die Welt zu entlassen, die kreativ sind, Verantwortung übernehmen, Lösungen finden und ihre Freiheit bewusst gestalten.
Das gelingt nur gemeinsam. Nur in einer starken Schulgemeinschaft, in der Eltern, Lehrpersonen und Mitarbeitende zusammenwirken, können wir diesen besonderen Bildungsweg ermöglichen.
Dafür danke ich Ihnen von Herzen.
Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien einen erholsamen Sommer – mit Zeit zum Auftanken, mit kleinen und grossen Abenteuern, mit viel Freude und unvergesslichen Momenten.
Ich freue mich darauf, Ihnen im neuen Schuljahr wieder zu begegnen und gemeinsam mit Ihnen unsere Schule weiterzugestalten.
Herzliche Grüsse
Sabine Kully und Ihre Rudolf Steiner Schule Winterthur
Tössemer Dorfet
Liebe Schulgemeinschaft
Leider haben sich für den Sonntag 16. August nur wenige Helfer gemeldet. Ich bitte euch darum dringend um Unterstützung damit wir doch noch ein reduziertes Angebot haben können….
Wichtig für diesen Anlass ist die Präsenz der Schule und das in Kontakt kommen mit vielen Menschen aus dem Quartier.
Mit folgendem Link kommt Ihr direkt zum Helfertool auf dem Ihr euch eintragen dürft. Eure Kinder dürfen auch sehr gerne mithelfen.
https://portal.helfereinsatz.ch/rudolf-steiner-schule-winterthur/de/b/toessemer-dorfet/open
Herzlichen Dank an ALLE die diesen Stand in irgendeiner Form unterstützen.
Bei Fragen : kerstin.widmer@rssw.ch ; 079 588 86 25
Liebe Grüsse
Kerstin Widmer
PS : Der Kuchen müsste zu Hause gebacken werden und dann in der angegebenen Zeit jeweils gebracht werden.
DANKE!
Wir wünschen Ihnen schon jetzt wunderschöne und erholsame Sommerferien!
Herzlichst, Vivianne & Pascale
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