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Di, 20. Oktober 2026
Michaeli in Winterthur: Mut erleben, Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft gestalten

Michaeli in Winterthur: Mut erleben, Verantwortung übernehmen, Gemeinschaft gestalten

Michaeli ist an unserer Schule jedes Jahr ein besonderer Anlass, um Mut, Tatkraft und die Bereitschaft, sich Herausforderungen zu stellen, ins Zentrum des gemeinsamen Erlebens zu rücken. In diesem Jahr haben wir unsere Michaeli-Tradition um eine neue Dimension erweitert: Erstmals verliessen wir mit unserem mutigen Morgen das Schulgelände und verlegten die Aktivitäten an verschiedene öffentliche Orte in der Winterthurer Innenstadt.

Den Auftakt bildete eine eigene Michaeli-Feier der jüngeren Kinder, die sie gemeinsam mit ihren Lehrpersonen gestalteten. Im Anschluss daran versammelte sich die ganze Schule zum mutigen Morgen. Die Schülerinnen und Schüler der ersten bis neunten Klasse waren eingeladen, sich in unterschiedlichen Rollen einzubringen und miteinander einen Vormittag zu gestalten, bei dem Mut, Geschicklichkeit, Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen gefragt waren.

Dabei übernahm jede Klassenstufe eine Aufgabe, die zum Gelingen des gemeinsamen Erlebnisses beitrug. Die Kinder der ersten bis fünften Klasse wurden in Gruppen eingeteilt und stellten sich den verschiedenen Herausforderungen. Die Sechstklässlerinnen und Sechstklässler sorgten für die Verpflegung und damit für eine wichtige Grundlage des Tages. Die Jugendlichen der siebten und achten Klasse hatten mit grossem Einsatz die einzelnen Challenges entwickelt und aufgebaut. Unsere Neuntklässlerinnen und Neuntklässler wiederum begleiteten die jüngeren Kinder als Guides durch die verschiedenen Stationen. Sie übernahmen Verantwortung, gaben Orientierung und unterstützten die Gruppen dabei, die Aufgaben gemeinsam zu bewältigen.

Diese altersübergreifende Zusammenarbeit ist ein wesentlicher Bestandteil unseres pädagogischen Verständnisses. Schule ist für uns nicht allein ein Ort des fachlichen Lernens, sondern ebenso ein Lebensraum, in dem Kinder und Jugendliche Verantwortung übernehmen, ihre Fähigkeiten erproben und erfahren können, wie eine Gemeinschaft durch die Beiträge ihrer einzelnen Mitglieder wächst. Am Michaeli-Tag wurde dieses Miteinander auf besonders anschauliche Weise erlebbar: Die Älteren gestalteten, organisierten und begleiteten; die Jüngeren wagten sich an neue Aufgaben; und alle waren aufeinander angewiesen.

Eine besondere Neuerung stellte in diesem Jahr der Wechsel vom vertrauten Schulgelände in den öffentlichen Raum dar. Im Stadtpark, am Oberen und Unteren Graben sowie auf dem Kirchplatz entstanden unterschiedliche Stationen, an denen die Kinder ihren Mut, ihre Geschicklichkeit und ihre Kooperationsfähigkeit unter Beweis stellen konnten. Die Winterthurer Innenstadt wurde damit für einen Vormittag zu einem erweiterten Lern- und Erlebnisraum unserer Schule.

Auch ich war an diesem Morgen mit dem Fahrrad zwischen den verschiedenen Standorten unterwegs und konnte die Gruppen an ihren jeweiligen Stationen besuchen. Es war eine grosse Freude, vor Ort mitzuerleben, mit wie viel Engagement die Jugendlichen ihre Aufgaben vorbereitet hatten, wie konzentriert sich die Kinder den Herausforderungen stellten und wie selbstverständlich vielerorts gegenseitige Unterstützung geleistet wurde. Die Begegnungen an den verschiedenen Orten vermittelten mir ein lebendiges Bild davon, wie viel Sorgfalt, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein in die Gestaltung dieses Tages geflossen waren.

Der mutige Morgen war geprägt von Bewegung, Begegnung und gemeinsamer Tatkraft. Er bot den Kindern Gelegenheit, eigene Grenzen auszuloten, Neues auszuprobieren und Herausforderungen nicht allein, sondern in der Gruppe anzugehen. Zugleich konnten die älteren Schülerinnen und Schüler erleben, dass Verantwortung nicht bloss eine Aufgabe ist, sondern auch die Möglichkeit eröffnet, für andere etwas Wertvolles zu schaffen.

So wurde Michaeli in diesem Jahr weit über die einzelne Feier und die verschiedenen Challenges hinaus zu einem eindrücklichen Gemeinschaftserlebnis. Der Tag zeigte, wie viel entstehen kann, wenn Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Altersstufen ihre Fähigkeiten zusammenführen, einander unterstützen und gemeinsam etwas wagen.

Mein herzlicher Dank gilt allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrpersonen, die diesen besonderen Tag mit grossem Engagement vorbereitet, gestaltet und begleitet haben. Ihr Einsatz hat dazu beigetragen, dass Michaeli für unsere Schulgemeinschaft als ein Tag in Erinnerung bleibt, an dem Mut nicht nur thematisiert, sondern miteinander gelebt wurde.